Stipendien in Nürnberg und Frankfurt

Hochschule für Musik Nürnberg

Bis 2015 lud knapp zehn Jahre lang die Hochschule für Musik Nürnberg im Wintersemester zum Streicher-Wettbewerb, der durch die Förderung der Peter-Pirazzi-Stiftung möglich war. Die besten Studierenden auf der Violine, Viola, dem Violoncello oder Kontrabass erhielten für die Dauer von zwei Semestern ein Stipendium. Andreas Willwohl, Professor im Fachbereich Violoncello, organisierte diese Wettbewerbe. Dabei beobachtet er, dass sich diese Wettbewerbe in vielfacher Weise auf die Atmosphäre in der Hochschule auswirkten. Grundsätzlich waren alle Studierenden im Streicherbereich zugelassen, was keineswegs üblich ist. Generell ist die Bewerberanzahl sehr hoch. Das führte dazu, dass in dieser Phase nahezu alle Streicher an der Hochschule im Wettbewerb standen und über das übliche Maß hinaus an ihrer Technik und an ihrem musikalischen Ausdruck feilten. Studierende und Professoren standen zudem in dieser Phase im engen Austausch. Hinzu kam ein besonderes Phänomen, das sich bei den Wettbewerben einstellte, wenn Kontrabassisten zeigten, dass man auch auf ihrem Instrument sehr virtuos spielen kann. Nicht nur die Studierenden, sondern auch die externen Jurymitglieder waren davon jedes Jahr äußerst beeindruckt.

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt

Von 2004 bis 2016 organisierte Hubert Buchberger, Professor für Streicherkammermusik und Sprecher der Fachgruppe „Streicher“ einen Stipendienwettbewerb im Auftrag der Peter-Pirazzi-Stiftung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Die Liste der Erfolge ist lang und auffallend groß die Zahl an erfolgreichen Jungstudierenden unter den Bewerbern. Das galt bereits für den ersten Preisträger Isang Enders. Mittlerweile ist er Solist und freischaffender Kammermusiker und hat erst kürzlich mit einer vielgelobten Einspielung der 6 Solosuiten für Violoncello von Johann Sebastian Bach auf sich aufmerksam gemacht hat. Nur zwei Jahre älter ist der Bratscher Veit Hertenstein, der erste Preisträger aus dem Jahr 2005, der ab 2011 als Solobratscher beim Sinfonieorchester Basel tätig war und im März 2016 auf eine Professur an der Hochschule für Musik in Detmold berufen wurde. Zu den weiteren Preisträgern zählen beispielsweise Katharina Wildermuth, Lukas Sieber und Caspar Vinzens vom Aris-Quartett, Elena Graf, mittlerweile erste Konzertmeisterin beim Staatsorchester Stuttgart, Arthur Hornig, heute erster Solocellist an der Deutschen Oper Berlin, Nina Zedler, Mitglied im Münchner Kammerorchester sowie Stephanie Breidenbach und Mario Riemer, die inzwischen im Opernhaus- und Museumsorchester Frankfurt am Main spielen.